Lincoln Park & Zoo

Steffen
14. August 2019
88 Bewertungen

Der bereits im Jahr 1868 gegründete Lincoln Park Zoo in Chicago (Illinois) ist einer der ältesten zoologischen Gärten in den Vereinigten Staaten, auf seinen gut 14 Hektar Fläche sind über 1.100 Tiere aus etwa 200 verschiedenen Spezies untergebracht. Außer für seine Artenvielfalt ist der Zoo auch für eine uralte Eiche der Gattung „Quercus macrocarpa“ bekannt, die auf das Jahr 1830 datiert wird, und damit drei Jahre älter ist als die Stadt Chicago.

Unter den Bewohnern der Stadt am Michigansee ist der Lincoln Park Zoo vor allem auch deshalb so beliebt, weil er als einer von nur wenigen öffentlichen Tierparks in den USA keinen Eintritt verlangt. Schon im späten 19. und auch im frühen 20. Jahrhundert machte die Anlage durch Pionierleistungen in zoologischen Dingen diverse Schlagzeilen. So wurde hier der erste Bison überhaupt in Gefangenschaft geboren und das im Jahr 1927 eröffnete Primatenhaus beherbergte mit dem Gorilla „Bushman“ (1931–1951) den damals einzigen Gorilla in einem nordamerikanischen Zoo. Maßgeblichen Anteil am großen Zuspruch durch das Publikum aus nah und fern speziell in den 1940er bis 1960er Jahren hatte der ehemalige Direktor des Tierparks, Marlin Perkins, der vielen Fernsehzuschauern in den USA auch als Erfinder und erster Moderator der beiden ungemein erfolgreichen Tierdokumentationsserien „Zoo Parade“ und „Wild Kingdom“ bekannt war.

Lincoln Park Chicago

Tolle Sehenswürdigkeit für Kinder

In den 1970er und 1980er Jahren wurde die gesamte Anlage des Lincoln Park Zoos umfangreich und detailliert saniert, modernisiert, erweitert und umgebaut, zahlreiche möglichst naturgetreu gestaltete Gehege kamen zu den bereits Bestehenden hinzu oder ersetzten diese vollständig, weil sie nicht mehr den aktuellen Kenntnissen über artgerechte Tierhaltung entsprachen. Im Jahr 1995 übernahm die hauptsächlich von Privatpersonen finanzierte „Lincoln Park Zoological Society“ die Verwaltung des Tierparks von der städtischen Verwaltung des Chicago Park District, welche jedoch offizielle Besitzerin des Geländes und der Gebäude blieb. 1999 eröffnete nach einer langen Renovierungsphase der „Kovler Sea Lion Pool“ von Neuem, seither können Besucher die imposanten Seelöwen auch durch eine dicke Glasscheibe unter Wasser beobachten. Im Jahr 2003 wurde schließlich auch der komplett neue Anlagenteil „Regenstein African Journey“ dem Publikum zugänglich gemacht. Statt in den ehemals engen Betonkäfigen leben Tiere wie Elefanten, Giraffen, Strauße und Wildhunde seitdem auf offenen und großzügigen Flächen, deren Bepflanzung und Geologie denen des afrikanischen Kontinents nachempfunden sind. Seit 2005 sind in diesem Bereich des Zoos auch wieder Schimpansen und Gorillas untergebracht, im Jahr 2010 wurde der künstliche See „South Pond“ zu einem Teich mit typischer Fauna und Flora umgewandelt. 2011 schloss das traditionsreiche, aber baufällige „Kovler Penguin-Seabird House“, welches 2014 durch den „Regenstein Macaque Forest“ für japanische Schneeaffen ersetzt wurde.

Doch nicht nur der seit jeher den neuesten zoologischen Erkenntnissen baulich und konzeptionell angepasste Tierpark begeistert die Besucher immer wieder aufs Neue, auch der namensgebende und umliegende Lincoln Park mit seinen beeindruckenden 489 Hektar Fläche am Ufer des Lake Michigan ist ein wahres Freizeitparadies. Der größte öffentliche Park in Chicago zieht sich über eine Länge von 11 Kilometern von der Ohio Street über die Ardmore Avenue und den Lake Shore Drive bis zur Hollywood Avenue. In dem gleichnamigen Stadtviertel Lincoln Park stehen viele historische Häuser aus der viktorianischen Epoche, sehenswerte Gegenden dort sind zum Beispiel „Old Town“ und das für seine vielen Geschäfte bekannte Gebiet „Clybourn Corridor“. Im Park selbst, der mit gut 20 Millionen Besuchern pro Jahr der diesbezüglich Zweitplatzierte in den USA ist, gibt es vor allem im nördlichen Bereich zahlreiche Liegewiesen, Ruhebereiche, Strände sowie Häfen für Ausflugsschiffe. Darüber hinaus findet man dort auch 15 Baseballfelder, 6 Basketballplätze sowie Flächen für Soft- und Fußball, 35 Tennis- und 163 Volleyballplätze, einen Verkehrsübungsplatz und einen Golfplatz. Im gesamten Parkgelände sind auch Kunstwerke und Skulpturen ausgestellt, gut besucht und häufig fotografiert werden auch die Landschaftsgärten sowie das Chicago History Museum, das Peggy Notebaert Nature Museum, der Zierteich Alfred Caldwell Lily Pool und das Freilichttheater am See mit den regelmäßigen Aufführungen im Sommer.

Lincoln Park Zoo Chicago

Überall verteilt im Lincoln Park & Zoo: Statuen von Promis

Zahlreiche Berühmtheiten aus vergangenen Epochen sind im Lincoln Park als Denkmäler verewigt, so etwa der 16. Präsident der USA, der Namenspate Abraham Lincoln, der Gründervater und Staatsmann Alexander Hamilton, der dänische Schriftsteller Hans Christian Andersen, der in den 1920er Jahren in ganz Chicago berühmte Lokalreporter Eugene Field, der britische Dramaturg William Shakespeare sowie die deutschen Dichter Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich Schiller nahe des Diversey Parkway bzw. am westlichen Eingang des Zoos. An der Addison Street steht ein im Jahr 1986 aufgestellter Totem zu Ehren des Donnergotts „Kwanusila“, der von einem Künstler und Angehörigen des Indianerstamms Kwagu’ł geschaffen wurde.

Ebenso erinnert ein Denkmal an den ehemaligen Gouverneur von Illinois John Peter Altgeld, der sich seinerzeit mit der Begnadigung der Aufständischen des Haymarket Riot am 1. Mai 1886 einen guten Namen unter den Arbeitern in der Region Chicago machte. Die „American Planning Association (APA)“ zeichnete den Lincoln Park im Jahr 2009 als eine der wichtigsten und attraktivsten Grünflächen in den USA aus. Bereits 2004 wurde der vorrangig auf den Sportanlagen im Park aktive Verein „Lincoln Park Lagooners“ für homosexuelle Sportler beiderlei Geschlechts durch die Aufnahme in die seit 1991 renommierte Chicago Gay and Lesbian Hall of Fame geehrt.

Wie hat dir dieser Artikel gefallen?